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ERETZ TrossGeschlossene Grenzen – Gefährliche Flucht

Interaktives Theater mit geführter Tageswanderung im Krimmler Achental 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnten oder wollten die meisten osteuropäischen Juden, die den Holocaust überlebt hatten, nicht mehr in Europa leben, wo ihre kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen zerstört worden waren. In den Jahren 1945 bis 1948 wurden etwa 250.000 Juden aus Osteuropa illegal in die westlichen Besatzungszonen geschleust. Hier lebten sie als "displaced persons" in Lagern, wie etwa dem Lager Givat Avoda (hebräisch für „Hügel der Arbeit“) in Saalfelden, mit dem Ziel der Flucht nach Palästina – „Eretz Israel“. 

Nach der erfolgreichen Wiederaufnahme am 22., 23. und 25. Juni 2017 bemühen wir uns bereits intensivst um eine 3. Serie 2018 !

Schülergruppen willkommen !!!  

Informotaionen, Anregungen, Feedbacks etc. jederzeit
 Tourismusverband Krimml: Tel. 0043 6564 7239 0 / Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Die Veranstaltungen finden bei jedem Wetter statt!  Verkürzte Wanderungen und Szenen in trockenen Ausweichquartieren sind vorbereitet. Teilnahme auf eigene Gefahr! Hunde nicht erlaubt!  Voranmeldung unbedingt erforderlich!

Preis Schülergruppen: EUR 27,-- pro Schülerin und Schüler
Preis regulär: EUR 35,-- p.P. / bei Gruppen ab 10 Personen EUR 30,--
(In allen Preisen inkludiert: EUR 17,-- für die Taxifahrten) 

Weiterführende Links

AN DIE GRENZE - Ins gelobte Land - Eretz Austria ?

Das teatro caprile folgt auf einer Tageswanderung im Krimmler Achental dieser illegalen Auswanderung jüdischer displaced persons im Sommer 1947. Während die Briten als Mandatsmacht über Palästina und die Franzosen über Syrien und Libanon eine legale Ausreise der Juden aus den österreichischen Lagern und vor allem ihre Einwanderung nach Palästina verhindern wollten, tolerierten die amerikanischen Besatzungstruppen in Oberösterreich und Salzburg diese Bewegungen und wies das österreichische Innenministerium die Krimmler Gendarmerie explizit an, „nicht aus dem Fenster zu schauen“ und dadurch den beschwerlichen Exodus – schließlich ging es in Gruppen von bis zu 200 Personen zu Fuß über den 2.634 m hohen Krimmler Tauern – geschehen zu lassen, damit sich das Problem quasi von selbst löse.

In Szenen im freien Gelände auf dem Weg von Krimml (1.067 m Seehöhe) bis zur Windbachalm (1.880 m Seehöhe) wird nachgezeichnet, dass Palästina oder „Eretz Israel“ für die Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager sowie Juden aus Osteuropa, die in ihrer (ehemaligen) Heimat auch nach dem Holocaust antisemitische Ressentiments bis hin zu Pogromen erleben mussten, die einzige Hoffnung war. Im „Land der Väter“ wollten sie im Sinne Theodor Herzls einen jüdischen Staat gründen, der den Juden unter anderen Nationen eine friktionsfreie Zukunft als normale Nation ermöglichen sollte.

Organisiert waren diese Flüchtlingstrecks durch die hochalpine Landschaft damals von der jüdischen Fluchthilfeorganisation Bricha, die über ein engmaschiges Netz von Stützpunkten entlang der Fluchtrouten bis nach Süditalien verfügte. Hofrat Marko Feingold (*1913), KZ-Überlebender und heute Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburgs, hatte gemeinsam mit dem legendären Bergführer Viktor Knopf, ebenfalls Überlebender mehrerer Konzentrationslager, den Weg über den Krimmler Tauern entdeckt, nachdem der Reschenpass und der Brenner (beide in der französischen Zone) für Flüchtlinge nicht mehr passierbar waren.

Wird der Krimmler Tauern eine Renaissance erleben, wenn der Brenner abermals mit Zäunen Flüchtlingen und Asylsuchenden den Übertritt verwehrt?

ABLAUF:

  • Treffpunkt: 8 Uhr 45 Tourismusbüro, 5743 Krimml
  • Start: 9 Uhr Musikpavillon, Krimml - 1. Szene
  • Wanderung zum Talpunkt der Krimmler Wasserfälle (ca. 25 Min.) - 2. Szene
  • Anstieg von ca. 300 Höhenmetern (ca. 60 Min.) über den Alten Tauernweg
  • Taxitransfers zum Krimmler Tauernhaus - 3. Szene im Krimmler Tauernhaus
  • PAUSE
  • Taxitransfers weiter ins Krimmler Achental - 4. Szene
  • Anstieg von ca. 45 Höhenmetern (ca. 15 Min.) über den Alten Tauernweg Richtung Windbach-Alm - 5. Szene
  • Anstieg von ca. 60 Höhenmetern (ca. 20 Min.) über den Alten Tauernweg Richtung Windbach-Alm - 6. Szene
  • Anstieg von ca. 60 Höhenmetern (ca. 20 Min.) über Fahrweg Richtung Windbach-Alm  - 7. Szene
  • Anstieg von ca. 60 Höhenmetern (ca. 20 Min.) über Fahrweg zur Windbach-Alm - 8. Szene und FINALE
  • Abstieg zum Krimmler Tauernhaus von ca. 250 Höhenmetern (ca. 60 Min.)
  • Taxitransport vom Krimmler Tauernhaus nach Krimml Zentrum
Recherche, Texte und Regie:

Andreas Kosek

Choreografie:

Julia Maria Leiter

Spiel:

Katharina Grabher
Heide Maria Hager
Andreas Kosek
Céline Nerbl
Astrid Perz
Ralph Saml
Ivana Stojkovic
David Jarju u.a.

Erzähler und Alpincoach: 

Hans Nerbl

Publikumsreaktionen:

Renate Holzer, Tourismusschule Bramberg

Die Theaterwanderung war für die Schüler_innen ein eindrucksvolles Erlebnis. […] auf der Heimfahrt habe ich mit den Schüler_innen diesbezüglich noch gesprochen und die Aussage: "Des woar go nit lob" dürfen Sie durchaus als großes Kompliment werten.
Von Seiten der Tourismusschule Bramberg werden wir sehr gerne wieder an dieser Veranstaltung teilnehmen.

Christine Bonnet, Saalfelden

Liebe Ensemble-Mitglieder des Teatro caprile,
ich habe am 25. Juni [2017] euer Wandertheater-Stück "Geschlossene Grenzen - Gefährliche Flucht" im Krimmler Achental miterlebt. Es ist euch wirklich bestens gelungen, die Atmosphäre der verzweifelten Flucht vieler jüdischer displaced persons über den Krimmler Tauern einzufangen.
Herzliche Gratulation zum hervorragenden Spiel, den guten Texten, kreativen Regieeinfällen, abwechslungsreichen Szenen, informativen Erzählerpassagen und schließlich zum gelungenen Zeitbogen hin zur aktuellen Flüchtlingsbewegung. 
Ein berührendes Theatererlebnis, das mir in Erinnerung bleiben wird.

Barbara Machreich, Mittersill

Ich habe den Tag als sehr prägend empfunden – das [Regen-]Wetter hat diesen Eindruck noch verstärkt. Ich möchte mich persönlich bei Ihnen dafür bedanken, dass wir hier dabei sein konnten – wobei es schwer fällt, für diese Wanderung die richtigen oder überhaupt Worte zu finden. Was bleibend war, ist ein Gefühl.

Guy Shachar, Israel

Tell also the others, that one of the Israeli women who participated in the Sunday rainy walk was extremely thankful for the theatre and said it was not the same alpine peace crossing without it! Just as I myself thought.

Sylvia aus Graz

Gratulation! Die Natur als Kulisse, die Schauspieler versetzten das Publikum über 70 Jahre zurück.

Die extra angereiste nachfolgende Generation konnte durch das Mitwandern und Miterleben der Szenen das Schicksal der Eltern an Ort und Stelle nacherleben.

Ein wenig bekanntes Stück Nachkriegsgeschichte wurde bei dieser sehr gut besuchten Theaterwanderung auf äußerst eindrucksvolle Weise in Erinnerung gerufen.

Abwechselnd wandern, zuhören und zusehen vermitteln eine neue Theater Erfahrung.

Danke für einen beeindruckenden, sehr gut organisierten Tag.

Blumenhaus Schwaighofer, Saalfelden

Liebe Theatergruppe „teatro caprile“!

Als Teilnehmer vom 25. Juni 2017 möchte ich Ihnen ein paar Zeilen dazu schreiben.

Wir sind trotz Regen gestartet. „Wandern – einmal anders“… Es war anders!

Es war ein tolles Erlebnis. Die Schauspieler mit ihrem großartigen Einsatz beeindruckten sehr. Man konnte sich in jene Menschen hinein versetzen, die auf der Flucht waren. Der Regen trug auch noch dazu bei. Die Szenen mit den Mitwanderern waren spektakulär. Diese Theater-Wanderung war so ausgezeichnet geführt und gespielt, dass mich dieses Szenario noch Tage danach beschäftigte.

Vielen, vielen herzlichen Dank für all Ihre Bemühungen. Ich hoffe es findet nächstes Jahr wieder stat. Dann bin ich auf jeden Fall wieder dabei.

Mit blumigen Grüßen,
Michael Lageder

Theresia Schmiderer, Lofer

Für uns war es ein ganz intensives, besonderes Erlebnis und wir sind so glücklich, dass wir dabei sein konnten!

Euch ein Riesenkompliment für die großartige schauspielerische Leistung und euer Engagement! Unglaublich, dass ihr dieses traurige historische Geschehnis so beeindruckend vermitteln konntet! Mir fehlen die Ausdrucksmöglichkeiten, unsere Gedanken dazu zu formulieren!! Ich finde es allerdings „negativ beeindruckend“, dass aus der Umgebung wenige Teilnehmer dabei waren! Es ist sooo... schade, dass es nicht umfangreicher beworben wurde! So ein hochwertiges Stück mit dieser glänzenden Darstellung, die einen richtig in den Bann zieht an den Schauplätzen der Vergangenheit, wäre wohl für so manchen ein prägendes Erlebnis!
Wir kennen die Geschichte unserer eigenen Umgebung viel zu wenig!
Ich hoffe und wünsche mir, dass es nächstes Jahr das Stück nochmal zu sehen gibt!

Ingrid Dekan und Norbert Frühmann, Puchenstuben

Liebes Teatro Caprile!

In Zeiten wie diesen, in denen das Thema „Flüchtlinge“ unter den Nägeln brennt, brachten Sie es uns in Ihrem Wandertheater-Stück „Ins gelobte Land - Eretz Austria?“ nah: 

Wir spürten, wie es etwa 5000 jüdischen Menschen auf ihrer Flucht über den Krimmler Tauern im Sommer 1947 ergangen sein mag. 

Unter Ihrer Anleitung empfanden wir auf unserem Marsch z.B. Finsternis entlang eines Abgrundes. Ihre überzeugende schauspielerische Darstellung in den Szenen ließ uns die körperliche Anstrengung, die Todesangst und mitunter die totale Verzweiflung, die sogar in Wahnvorstellungen übergehen kann, erahnen. 

Sie zeigten uns jedoch auch Solidarität und Nächstenliebe unter den Menschen, unter Rettern und Geretteten, verbunden mit der Hoffnung auf ein besseres Leben nach der Flucht. 

Die überraschende Schlussszene brachte uns - nur scheinbar entspannend - zurück ins Heute… 

Sie haben uns mit diesem Stück tief bewegt und motiviert. 

Es ist zu wünschen, dass noch viele Menschen diese Aufführung sehen können!

Daniel Krause, München

Liebes Ensemble,
Sie waren großartig! Es war eine große Freude an Ihrer Veranstaltung teilzunehmen.
Nicht nur sind Idee und Thematik sehr faszinierend und wichtig sondern darüber hinaus das Erlebnis durch die parallele Wanderung, dieses Einfühlen in die Situation und das Nachempfinden der Situation der Betroffenen.
Ich freue mich schon sehr, nächstes Jahr wieder teilzunehmen!

Erich Wolf, Wien

Die Teilnahme am Theaterprojekt „Ins gelobte Land - Eretz Austria?“ in Krimml hat mich sehr bewegt und ich bin nachhaltig beeindruckt von eurem kritischen Blick auf einen gerne in unserem Land verdrängten Aspekt der näheren Zeitgeschichte.

Die lebendige Aufarbeitung historischer Ereignisse mit hervorragenden Darstellern und einem wahren Schwall an höchst emotionalen Momenten entlang des geschichtsträchtigen Weges lässt mich auf eine Wiederaufnahme im kommenden Jahr hoffen.

Besonders die doch sehr unerwareten Schluss-Szenen in einem großen Zeitsprung in‘s "Hier und Jetzt" bereiten mir noch jetzt in Erinnerung ein Gefühl von "Gänsehaut".

Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, die Theaterwanderung im Zeitgeschichte-Unterricht an Schulen, oder in Uni-Projekten eingebunden zu sehen.

Schild Maria, Saalfelden

Ich habe mich entschlossen am Samstag den 20. August mitzugehen bei der Theaterwanderung von Krimml auf die Windbachalm, auf den Spuren der vertriebenen Juden, die im Jahr 1947 eine Heimkehrmöglichkeit nach Palästina suchten - unter furchbaren Umständen, in stockdunkler Nacht, auf steilen, unbekannten Wegen, hungrig, durstig, die Angst im Nacken.

Ihr alle, ihr habt so gut gespielt als befände man sich mitten drin - vor allem die letzte Station im "Scherm" (Kuhstall) der Windbachalm hat einem die Luft zum Atmen genommen... Verzweiflung, Angst, wie geht es weiter...  und dann die Verbindung zum Jetzt - übers Meer und wie geht es weiter…
Danke

Willi Koller, Mittersill

Wir gratulieren euch zu dieser großartigen Veranstaltung!
Große Bewunderung den Schauspielern, die dieses sensible Thema aufgreifen und an diesem Originalschauplatz in Krimml so authentisch in Erinnerung bringen.
Großartig auch der Erzähler Hans Nerbl mit seinem umfangreichen Informationen!
Es war für uns ein berührenden und informatives Erlebnis!

Dagmar Delfs, Wien

Andreas Kosek und die SchauspielerInnen des teatro caprile haben mit dem Stück „An der Grenze – Eretz Austria; Geschlossene Grenzen – Gefährliche Flucht “
wieder etwas ganz besonders sehens-und erlebenswertes auf die Beine gestellt.

Österreichische, sowie internationale Geschichte umfangreich recherchiert, berührend inszeniert und hervorragend dargestellt. Theater mit hochaktuellem Gegenwartsbezug, welches man sich wortwörtlich erwandert.

Ein Stück, das alle Sinne anspricht, bis hin zum geruchsintensiven Auftritt im Kuhstall. Sehr erlebenswert, unbedingt mitwandern.

Elfriede Holbein, Kärnten

Sehr geehrte Veranstalter!
Eine sehr beeindruckende Aufführung am 19.8.2016 inmitten der wunderbaren Gebirgslandschaft!
Historisch informativ, beeindruckend und berührend. Die schauspielerischen Leistungen, die gute Organisation, kompetente Führung machen diesen Tag zu einem eindrucksvollen Erlebnis, nicht zuletzt die Überleitungen zu den Flüchtlingsproblemen von heute.

Schade, dass wohl auch infolge geringer Werbung für dieses Projekt in Krimml selbst, nicht mehr Menschen daran teilgenommen haben!
Hoffentlich kann dieses Projekt auch in Zukunft, vielleicht mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit, einer größeren Zuschauerzahl geboten werden!

 

Fotos 2017: Gottfried Perz
2017-Karotte-HP
2017-Zuschauer-HP
2017-Bander-HP
2017-David-HP
2017-Delbo-HP
2017-Eventina-and-Businessa-HP
Fotos 2016: Adrian Leiter

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